Nachhaltiges Lernen aus der Corona-Krise

Beginnen wir Ursachen zu behandeln, dann brauchen wir nicht wieder eine Krisenintervention an Symptomen.

Die zentrale Frage zu ‚Post-Corona‘ (die Zeit danach) wird sein, was wir aus der Krise tatsächlich und nachhaltig gelernt haben. Ich als positiver Mensch befürchte (!), wie auch in einem aktuellen Management Echo bestätigt, dass wir nichts Essentielles dazu lernen werden. Die tollen Phantasien eines Horx sind schön, aber aufgrund des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses und seiner Veränderungsresistenz irreal. Dazu kommt, dass knallharte Wirtschaftsinteressen eine Transformation hin zu mehr Minimalismus und Bescheidenheit zu verhindern wissen. Wir werden wieder überall und ad hoc hinfliegen, vieles online bestellen (und zu retournieren) sowie unsere bisherigen Ernährungsgewohnheiten weiter kultivieren. Massentierhaltung ist ein Fluch. Das wissen sehr, sehr viele von uns. Umweltverschmutzung durch Verkehr & Massentourismus ist nicht in den Griff zu bekommen. Zu den irrationalen Finanztransaktionen (Leerverkäufe an Börsen, etc.) kann ich fachlich wenig beitragen, da diese einfach nur verrückt und zu komplex sind. Die Frage steht bereits seit der letzten Finanzkrise 08/09 im Raum, warum das Verhältnis von Finanz- zu Realkapital 400 : 1 ist und warum bisher nichts Essentielles geändert wurde?
Warum sollte Post-Corona was passieren?
Hier und heute (13.4.2020) ging es um wirkliche – nämlich nachhaltige –Verantwortung. Aktuell in der Krise übernehmen unsere Politiker (und die Medien als deren Multiplikatoren) sehr gut Verantwortung, aus der Corona-Krise wieder heil heraus zu kommen. Wie schaut es nach der Krise mit fundamentaler Verantwortung aus? Stellen sich unsere Entscheidungsträger dann die richtigen und wirklichen Fragen? Oder heißt es weiterhin ‚Gier frisst Hirn‘?

  • Was können die Entscheidungsträger prophylaktisch tun und welche Gesetze sind zu beschließen, um den ‚Amazons dieser Welt‘ den Futtertrog zumindest zu verkleinern?
  • Warum erlauben sie weiterhin Werbung für nachgewiesen ungesunde Nahrungsmittel (Süßigkeiten etc.)?
  • Warum lassen sie in der Werbung und Massenkommunikation die Lüge als Stilmittel zu? Zu viele Medikamente versprechen Wirkungen, die diese nie halten können?
  • Warum legen sie (vor allem in unseren Bildungssystemen) nicht den Fokus auf mehr Eigenverant¬wort¬lichkeit? Die eigene Gesundheit gehört – wie das Wort schon sagt – zur Eigenverantwortung. Die Menschen laufen auch jetzt in der Krise nicht wegen jedes Wehwehchens zum Arzt?
  • Warum ändern sie die Paradigmen unsere Bildungssysteme nicht hin zu ‚Stärken stärken‘, ‚Denken in Zusammenhängen fördern‘, Agilität und Selbstvertrauen entwickeln‘, etc.?
  • Gier frisst Hirn, ein gängiger Spruch. Warum befeuern sie unser Denken nicht mit Empathie und reduzieren Egoismus?
  • Oder was ganz Banales: Warum beschränken sie nicht die horrenden Summen, die z.B. im Sport bezahlt werden?

Die Liste ließe sich fortsetzen, vieles ist einfach aus dem Lot und die Erde hat hohes Fieber. Ich selber bin für Leistung und für Eigenverantwortung. Wenn jemand wirklich gut ist, soll das auch honoriert werden. Nur, die Balance ist nicht mehr gegeben. Mit ist auch vollkommen klar: Leichter geschrieben als getan. Es geht um den ersten Schritt. Beginnen wir! Post-Corona. Der nächste unbekannte Virus könnte schon im Anmarsch sein. Einstein meinte einmal ‚Gebt mir das schwierigste Problem der Welt und ein paar Experten sowie eine Stunde Zeit, um das Problem zu lösen‘. Auf die Frage, wie er das machen möchte, sagte er ‚das ist relativ einfach, 55 Minuten der Zeit verwende ich, um über die richtige Frage zum Problem nachzudenken und dann habe ich 5 Minuten Zeit mit Experten die Lösungen zu finden. Das ist dann ganz einfach‘.
Oder um es in der Medizinersprache zu sagen:
Beginnen wir Ursachen zu behandeln, dann brauchen wir nicht wieder eine Krisenintervention an Symptomen.

Abschließend noch ein Wunsch zum Osterhasen: Bitte schenkt uns Politiker, die langfristig und nachhaltig denken und nicht nur bis zur nächsten Wahl! Nachhaltige Rahmenbedingungen werden von (mutigen) Regierungen geschaffen. Auch für Unternehmen tun sich unglaubliche ethische und ökonomische Potenziale auf, sich über Nachhaltigkeit zu differenzieren.

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin

More Than Checks | Breit & Schön OG
Hirschgasse 5, 4020 Linz, Austria

Dr. Konrad Breit
+43 664 2430560
konrad.breit@morethanchecks.com

DI Alexander Schön
+43 676 4554254
alexander.schoen@morethanchecks.com